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Heroldingen

Blick vom Rollenbergring nach Heroldingen

Am Südostrand des Rieskessels steigt am linken Ufer de Wörnitz steil der „Kräuterranken“ empor, der in seinem dichten Laubwald manche in unserer Gegend seltene Pflanze birgt und deutliche Randwälle zeigt, die es erklärlich machen, dass seine Hochfläche noch heute „auf der Burg“ heißt. Diese Wälle sind keine mittelalterlichen Baureste, sie sind vielmehr verfallene Mauern einer Siedlung der frühen Hallstattzeit. In der Ebene, auf den Kalbäckern, fanden sich ebenfalls Wohnstätten und Gräber aus verschiedenen Perioden der Vorgeschichte. Auch Mauerstücke von römischen Bauten haben sich in Heroldingen an einigen Stellen, nämlich auf der oberen Eisengewand und am Heuweg, gefunden, darunter sogar Pfähle einer Brücke; und die Römerstraße, die sich von Großsorheim gegen Munningen zog, bildet gerade auf dem Grunde des Dorfes einen rechten Winkel.

Dort hat nach der Vertreibung der Römer vermutlich ein Alamanne Herigolt eine Niederlassung gegründet, die sich im Laufe der Zeit zu einem noch vor einigen Jahrhunderten stets Hergoldingen, jetzt Heroldingen genannten Dorf entwickelte. Die älteste Urkunde, in der dieses Dorf erwähnt wird, stammt aus dem Jahre 1193; sie nennt unter den Zeugen einer Verhandlung einen Rumholt und einen Otto de Hergoltingen. Als spätere Besitzer nennen die Quellen einen Otto von Wöllwart, der zwei Sölden und einige Äcker, das Tückersgereute genannt, der Kirche von Schrattenhofen schenkte gegen die Verpflichtung, die Brücke in Stand zu halten (Weng und Guth: Das Ries), die Edlen von Lierheim, die viele Güter dieses Ortes besessen zu haben scheinen, den Nördlinger Patrizier Friedrich Töter, der 1350 dort von einer Agnes von Rechberg bedeutendes Besitztum erwarb, und seine Witwe Anna, die 1393 den ganzen Besitz an die Grafen von Oettingen weitergab als Tauschgabe gegen die Schwallmühle und einige Untertanen in Baldingen und Ehringen. Um das Jahr 1760 gab es in Heroldingen außer den 46 oettingischen Untertanen des Oberamts Alerheim nur mehr zwei Höfe des Klosters Kaisheim, drei des Klosters Heilig Kreuz und einen, die ühle, der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach.

Die ursprünglich dem heiligen Martinus geweihte Kirche, von deren Altem Bau nur mehr der untere Teil des Turmes erhalten ist, stammt in ihrer gegenwärtigen Gestalt aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts (1849).

Das Patronat, als dessen Inhaber um 1300 die Herren von Lierheim nachweisbar sind, wurde von diesen im Jahr 1330 dem Klostern Zimmern geschenkt und kam so durch dessen Säkularisierung ebenfalls an die Grafschaft Oettingen, deren protestantische Linie 1539 die Gemeinde der neuen Lehre zuführte. Dier wurde sie durch den Schmalkaldischen Krieg, in welchem die kaiserlichen 1546 die Kirche und das Pfarrhaus zerstörten, wieder entrissen, aber nur für einige Jahre, bis durch den Augsburger Religionsfrieden (1555) die protestantische Linie wieder in ihre Rechte eingesetzt war.

Zu Heroldingen gehören der Brennhof, der einst dem oettingischen Oberamt Harburg zugewiesen war, und die unterhalb der Vereinigung der Eger mit der Wörnitz gelegene Tiefenmühle, die einst Eigentum des Klosters Auhausen war und durch die Reformation mit diesem an die Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach fiel.

Das Heroldinger Wappen

In Schwarz befindet sich eine gestürzte, eingeschweifte, silberne Spitze. In ihr brennt eine Fackel mit schwarzem Griff. Beiderseits der Spitze stehen die silbernen Großbuchstaben G und K.

Erklärung

1512 wurde in Heroldingen der Reformator Georg Karg geboren. Dieser berühmteste Sohn Heroldingens starb 1576 in Ansbach. Die Gemeinde setzte ihm mit den Anfangsbuchstaben seines Namens auf dem Wappen ein Denkmal.

Die Fackel bedeutet das Licht des Glaubens, das der „Reformator des Rieses“ in diese Landschaft brachte.