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Station 1 – Die Burg und das Gras

Harburgs romantische Altstadt mit Wörnitz, den zahlreichen Inseln, der Steinernen Brücke, der Bruckmühle und über allem die alte Burg kommen einem wie eine Filmkulisse vor. Tatsächlich wurden hier früher auch Heimatfilme z.B. mit Willy Millowitsch und Heinz Rühmann gedreht.

Hier vom „Gras“ aus kommt einem die Burg besonders trutzig vor. Sie zählt zu den größten und sehenswertesten Burgen Deutschlands. Ihre Bedeutung verdankt sie der herausragenden Lage an einem der wichtigsten Fernhandelswege von Süd nach Nord. Bodenfunde im Bereich der Burg belegen eine Besiedlung bereits in der Bronzezeit zum Schutz und zur Kontrolle des Handelsweges Der prähistorischen Höhenbefestigung folgte im Mittelalter auf dem riesigen Felssporn der Ausbau zu einer befestigten Burganlage.

Wegen der ständigen Erweiterung der Burg ab dem 11. Jahrhundert ließen sich immer mehr Handwerker in der langsam wachsenden Talsiedlung an der Wörnitz nieder. 

Im Jahre 1151 wurde Harburg als Besitz der staufischen Kaiser in Form eines Briefes, abgesandt vom „Castrum Nostrum Horeburc“, erstmals urkundlich erwähnt.  In einem Reichssteuergesetz von 1251 wird Horeburc, wie es in althochdeutsch genannt wurde, als gleichberechtigte Stadtsiedlung wie Nördlingen, Dinkelsbühl oder Rothenburg eingestuft. Nur ein paar Jahrzehnte später wurden die zuvor verliehenen Stadtrechte möglicherweise wegen einer Brandkatastrophe wieder aberkannt. 1418 gingen Burg und Markt in den Besitz des Grafen von Oettingen über. Nach wiederholten Aufteilungen und Erbauseinandersetzungen fielen Burg und Markt 1731 an die Linie Oettingen-Wallerstein, deren Regent 1774 in den Fürstenstand erhoben wurde. Heute wird die Burg von einer Stiftung betreut.

Der unterhalb der Wörnitzbrücke liegende Stadtteil am östlichen Flußufer, das sogenannte „Gras“ ist seit jeher unbebaut. Der Bereich hier ist besonders hochwassergefährdet. Über den von der Straße zum Ufer verlaufende Hang wurden früher Pferde, Kühe, Schafe usw.  in dier hier besonders flache Wörnitz getrieben.  Mit einigem Abstand vom Ufer siedelten sich nach und nach Handwerker, die für ihre Arbeit viel Wasser benötigten an. Auf Grund der mächtigen Konkurrenz in Nördlingen konnten sich diese Handwerksbetriebe der Bleicher, Gerber, Färber usw. allerdings nicht dauerhaft halten.

Die Wörnitz sorgte immer wieder mal für Streit zwischen dem Bruckmüller und dem Stadtmüller auf der gegenüberliegenden Flussseite.  Wenn in der Bruckmühle die Schleusen ganz geöffnet wurden, schossen die Wassermassen mit großer Wucht die Wörnitz hinunter. Dadurch staute sich dass Wasser im unterhalb liegenden Kanal der Stadtmühle und die Wasserräder konnten nicht laufen.  

Auf dem wörnitzabwärts liegenden früheren „Schießwasen“ wurde noch bis ins 19.  Jahrhundert das regelmäßige Übungsschießen der Bürgerwehr, der männlichen Bürger Harburgs abgehalten. 

Der Grasplatz diente noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Volksfestplatz. Heute wird hier jährlich das Brückenfest gefeiert. Der flache Hang zur Wörnitz und das seichte Gewässer dienen Kindern als Spielplatz, zum Beobachten der vielen Wildenten, Schwäne und Fischreiher. Schulklassen und Kindergartenkinder forschen gerne mit ihren Käschern nach winzigen Wassertierchen und kleinen Fischen. Das Wörnitzufer ist hier außerdem ein günstig gelegener Rastplatz für Radler und eine beliebte Einstiegstelle für Bootstouristen.

 

Der Bau der neuen Wörnitzbrücke 1976 bewirkte eine bessere Verkehrsanbindung Richtung Wemding, Oettingen und Mündling. Durch die Sanierung der Grasstraße konnte die Hochwassergefahr zwar geringfügig gemindert, aber die nahezu jährliche Überflutung nicht verhindert werden.  Die Anlieger haben sich inzwischen an die ständige Bedrohung gewöhnt.

 

Station 1 – Die Burg und das Gras

  • h5-gras_1.jpgh-burg.jpgh4-gras.jpgSchloßß Harburg mit BurgschänkeDie Harburg Blick vom GrasparkplatzBlick auf Schloß Harburgleimer-wasserfontaene-woernitz-retusche-300.jpgansciht-ohne-tunnel-mit-inseln.jpg

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