Das Rathaus (8)

Rathaus

Das Rathaus mit seinem Fachwerk gehört eigentlich schon in die Schloßstraße, die zur Burg hinaufführt. Als “Regierungssitz” wird es aber bereits hier vorgestellt.

Bei den Umbaumaßnahmen in den Jahren 1975 bis 1977 wurde das dreigeschossige Gebäude mit seinem Fachwerk erhalten. Dem offenen Innenhof und dem Erweiterungsbau mussten zwei Nachbargebäude weichen. Erbaut wurde das Rathaus von den Grafen und späteren Fürsten zu Oettingen, die auch späterhin die Baulast zu tragen hatten.

Teile des Gebäudes wurden auch benutzt als Schranne, als Raum zum Auslegen der Waren der Schuster, Lodenmacher und Kürschner. Es diente zudem als Gefängnis (Narrenhäuslein) sowie zum Aufbewahren der bei “Executionen” erforderlichen Instrumente “als Leitern und Rad”. Auch ein öffentlicher Pranger war vorhanden und auf dem Dach eine “Blutglocke”. Schulraumnot zwang Bürgermeister und Rat 1804, die fürstliche Herrschaft Oettingen-Wallerstein um die käufliche Überlassung des Rathauses zu bitten.

Dem Gesuch wurde unter gewissen Bedingungen stattgegeben und das Rathaus ging in das Eigentum des Marktes über. In den unteren Räumen des Altbaus war von der Mitte der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts bis 1934 das Postamt, dann eine Zeit die gesamte Stadtverwaltung und bis zum Um- und Erweiterungsbau des Rathauses 1978 die Stadtkasse und die öffentliche Stadtbücherei untergebracht. Von 1928 bis 1934 nutzte die Sparkasse (eine städtische Einrichtung bis 1934) diese Räume. Im 1. Stock befand sich auch lange Zeit eine Lehrerwohnung; ein Schulraum im 2. Stock wurde im Jahr 1952, nach dem Schulhausneubau, überflüssig. Heute befindet sich dort (wie immer schon - aber etwas größer) der große Sitzungssaal. Die Blutglocke auf dem Dach, in einem neuen Türmchen aufgehängt, ist noch Zeugnis längst vergangener Tage.

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