Beim jährlich durchgeführten Waldbegang des Stadtrates und der Stadtwaldbeauftragten unter Leitung von Revierförster Tim Greis sowie Forsträtin Eva Stempfle wurde die Situation des Harburger Stadtwaldes an zwei Waldorten vorgestellt.
In der Abteilung Schlehfeld Nähe Marbach, wurden in einem Buchen-Eichen Bestand starke Buchen entnommen, welche Eichen aufgrund stärkerer Konkurrenzkraft in der Krone bedrängten. Die Eichen sollen in Dimension noch zulegen und stehen bleiben; die Buche wird aufgrund der Kohlenstoffbindung im Holz, wenn möglich bevorzugt als Stammholz, ansonsten als Brennholz vermarktet. Vorhandene unter- und zwischenstehende Buchen sollen möglichst erhalten bleiben, um die Stämme der Alteichen zu beschatten und für ein kühles und feuchtes Waldinnenklima sorgen.
In einem ca. 70-jährigem Fichten-Lärchenbestand mit stellenweise bereits mannshoher Buchen-Naturverjüngung darunter, wurden Fichten im vergangenen Winter gefällt, um der Naturverjüngung Licht zu geben. Die vorhandenen Lärchen, mit teilweise guten Stammformen, bleiben zunächst stehen, um noch weiter zuzulegen.
An lichteren Stellen ist vielfältige Naturverjüngung aus Buche, Eiche, Hainbuche, Birke, Linde, Kirsche und Fichte vorzufinden, was für angepasste Wildbestände spricht.
In einem mittelalten Waldbestand aus Fichte, Buche und Eiche ist es Ziel, durch gezielte Eingriffe gut geformte Eichen und stabile Fichten zu fördern, indem bedrängende Nachbarbäume entnommen werden. Diese „Zukunftsbäume“ bekommen somit mehr Licht und können sich weiter positiv entwickeln.
Weiter wurde eine ca. 12-jährige Pflegefläche mit Anpflanzung aus Eiche, Hainbuche, Buche und Tanne besichtigt. Der zuletzt durchgeführte Pflegeeingriff, wo einzelne Hainbuchen und aus Naturverjüngung aufgegangene Birken und Weiden entnommen/eingekürzt wurden hatte zum Ziel zu verhindern, dass die Eichen überwachsen und verdrängt werden. Die Eingriffe wurden nicht zu stark durchgeführt, um die Kronenspannung in den jungen Bäumen zu halten, sodass diese geradschaftig nach oben wachsen.
In der Abteilung Harberg in Mündling wurden nach durchgeführter Holzernte im vergangenen Winter mehrere Teilflächen mit staatlicher Förderung wiederaufgeforstet. Gepflanztes Nadelholz hat hier unter der Trockenheit im Sommer stark gelitten und ist vielfach ausgefallen, das Laubholz ist sehr gut angewachsen. Generell besteht hier die Herausforderung, Mischbaumarten zu beteiligten, da die Buchen-Naturverjüngung sehr dominant und konkurrenzstark ist.
Ohne menschliches Zutun würde hier in der nächsten Generation ein reiner Buchenwald entstehen, was jedoch nicht erstrebenswert ist, da besonders alte Buchen im vergangenen Sommer stark unter der Trockenheit gelitten haben und die Zukunftsprognosen für die Buche in unseren Regionen fraglich sind.
Daher muss hier aktiv eingegriffen werden, um in Zukunft einen gemischten, vielfältigen und funktionalen Wald zu erhalten (Risikostreuung durch möglichst vielfältige Baumartenmischung). Es wurde ergänzend zur Buchennaturverjüngung auf Kleinflächen Spitzahorn, Eiche, Flatterulme und Schwarznuss gepflanzt.
Im Anschluss wurden durch Kämmerer Wolfgang Stegmüller noch ein paar fortwirtschaftliche Zahlen vorgestellt. 2. Bürgermeister Walter Beck und Forstreferent Bernd Schreitmüller bedankten sich bei allen Stadtwaldbeauftragten und -mitarbeitern sowie Förster Tim Greis für die sehr gute Zusammenarbeit und wünschten allen Beteiligten eine unfallfreie Holzsaison 2026/2027.
Text: Greis/Stegmüller Bild: Exner-Niebergall
