Ringwall Burgberg bei Heroldingen

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Die etwa rechteckig angelegte Befestigung besitzt die Ausmaße 650 m × 400 m. Auf dem Burgberg befand sich wahrscheinlich eine Höhensiedlung der Urnenfelderkultur. Die heute sichtbare Befestigung dürfte aus späterer Zeit stammen. Das Zangentor an der Westseite des Ringwalles lässt an ein keltisches Oppidum denken.

Der Burgberg oder Kräuterranken, ein breiter, bewaldeter Bergrücken, liegt gegenüber dem Rollenberg bei Hoppingen direkt über dem Austritt der Wörnitz aus dem Rieskessel. Sein Gipfelplateau ist von einem Steinwall umgeben. Am besten ist dieser an der Nord- und Ostseite erhalten, wo er, etwas vom Steilhang abgesetzt, die Hangkante entlangläuft. Am südöstlichen, steilen Felsabsturz scheint der Wall auszusetzen, etwas weiter westlich ist ihm, wohl um einen etwas sanfter geneigten Teil des Südhanges mit einzubeziehen, ein nur noch schwach sichtbarer Vorwall angefügt.

Die Wallführung nimmt kaum auf das Gelände Rücksicht. So ist der westlich vorstoßende Felsrücken durch die gerade Linienführung über Tälchen und Höhen abgeschnitten. Im südlichen Teil befindet sich ein durch modernen Wegebau gestörtes Zangentor, dessen Zufahrtsweg auf einen alten Wörnitzübergang zielt, den auch die Römerstraße Burghöfe - Munningen benützte. Funde und Befunde sind spärlich. 1893 wurde ein Wallschnitt mit unbekanntem Ergebnis vorgenommen, die weiteren Funde sind dem Zufall zu verdanken: Bei Waldarbeiten am Nordwall wurde eine Siedlungsgrube der jungneolithischen Altheimer Gruppe aufgedeckt (ca. 3.800 - 3.400/300 v.Chr.). Sie erhielt neben atypischen Wandscherben Fragmente eines Kruges und zweier Trichtertöpfe sowie das Bruchstück eines Steinbeiles und zwei Messer aus Plattensilex. Keramik der Urnenfelderzeit (ca. 1365 - 800 v.Chr.) stammt aus einem neuzeitlichen Walldurchbruch an der Nordostecke. Eine kleine Kulturschicht mit urnenfelder- bis hallstattzeitlichem Material (ca. 1.365 - 520 v.Chr.) fand sich innerhalb der Burg unmittelbar hinter dem Nordwall. Wenn auch die Funde vom Berg selbst bislang spärlich sind, so legen doch die Art der Linienführung, die Größe der Anlage und das Zangentor eine Datierung zumindest allgemein in die Latènezeit nahe (ca. 520 - 50/30 v.Chr.). Vielleicht war der Burgberg ehemals eine Fluchtburg der Bewohner der Siedlung am Fluss.

Lage

St 2221 Hoppingen–Oettingen. Nach der Wörnitzbrücke am Ortsrand Heroldingen rechts abzweigen Richtung Ronheim. Nach 300 m links den Feldweg bergauf und nach 150 m rechts am Waldeingang Parkplatz. Zu Fuß ca. 300 m dem Hohlweg in den Wald folgen bis zum Westtor des Ringwalles.


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