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Wie wir in der alten Kiesgrube 
bei Heroldingen ein Labyrinth bauten

Entstehung     Bedeutung     Bilder vom Standort   Wiederaufbau

Vor ein paar Wochen überraschte uns unser Lehrer Herr Hochradel mit der Ankündigung, dass wir in Heroldingen mit Steinen ein Labyrinth legen wollen. Eine Stein-Künstlerin hatte bereits eines gebaut, doch dieses war von Unbekannten zerstört worden. Einige von uns stellten sich das ganz schön schwer vor, vor allem, als Herr Hochradel uns einen Plan und Bilder von Labyrinthen zeigte.

Am Mittwoch, 19. Juli, war es dann soweit. Einige Eltern und Herr Hochradel transportierten uns gleich um 8 Uhr mit Autos zu unserem Zielort am Waldrand hinter Heroldingen in Richtung Brennhof. Dort angekommen führte uns unser Lehrer erst einmal einen kleinen Berg hoch. Auf einem Hochtal zwischen zwei Hügeln wartete schon Frau Reiner und ihre Kollegin Frau Amanda auf uns. Wir begrüßten beide freundlich und ganz erwartungsvoll. Danach legten wir unsere Rucksäcke ab und stellten sie in den Schatten, denn es war ein sehr heißer Tag. Da es in dieser Wildnis sicher auch Stechmücken gab, rieben und sprayten wir uns vorsorglich mit Mückenschutzmitteln ein. Bevor es losging, erklärte uns unser Lehrer noch die wichtigsten Sicherheitsregeln: - nicht die steilen Berge und Felsen hochklettern, - keine Steine auf Menschen werfen, - Steine nicht vom Berg herunter rollen lassen.

Jetzt zogen alle ihre Arbeitshandschuhe an und begannen schwungvoll mit der Arbeit, jeder an seinem Platz. Herr Hochradel und Markus waren die Steinbrucharbeiter. Sie legten die Steinbrocken bereit, die von anderen dann weiter getragen werden mussten. Andere sammelten aber auch die Steine auf, die einfach so herum lagen.

Da, wo das Labyrinth entstehen sollte, legte Frau Reiner schneckenförmig Schnüre aus. Auf diese mussten wir dann unsere Steine legen. Manche waren schon ganz schön schwer, aber wir hatten ja unsere starken Männer dabei, und einige Mädchen packten auch kräftig mit an. Als wir alle schon ganz schön ins Schwitzen gekommen waren, genehmigte unser Bauleiter Herr Hochradel eine Pause im Schatten. Wir tranken, aßen etwas und ruhten uns ein wenig aus.

Doch nach einer Viertelstunde mussten wir wieder ran, schließlich wollten wir ja bis 11 Uhr fertig sein. Wir schlichteten weiter Stein zu Stein und Stein auf Stein. Immer wieder stellten wir so neue Labyrinthgänge fertig und man konnte schon langsam sehen, was es werden sollte. Da es immer heißer wurde, machten wir es so: 15 Minuten arbeiten und 10 Minuten Pause.

Bereits kurz nach 10 Uhr hatten wir unser Werk vollendet. Wir waren richtig stolz, dass wir es so schnell geschafft hatten. Auch Herr Hochradel sowie Frau Reiner und Frau Amanda lobten uns sehr.

Was aber nun? Frau Reiner versammelte uns alle in einem kleinen Kreis am Eingang ins Labyrinth. Dann gab sie jedem von uns einen schönen glitzernden Schmuckstein, den sie von daheim mitgebracht hatte. Wir zogen unsere Schuhe und Socken aus und stapften nun barfuß im Gänsemarsch einer hinter dem anderen mit einem halben Meter Abstand hinter Frau Reiner durch die Windungen des Labyrinths. Obwohl es manchmal schon ein wenig schmerzte, wenn wir unseren Fuß auf ein kleines Steinchen setzten, waren wir ganz still dabei. Wir wussten selber nicht, dass wir so ruhig sein konnten, das schaffte in der Schule nicht mal Herr Hochradel mit seinen Gummibärchen als Belohnung.

Es dauerte aber doch einige Zeit, bis wir schließlich die Mitte des Labyrinths erreicht hatten. Dort hielten wir etwas inne und legten immer noch schweigend unser mitgebrachtes Steinchen ab. Dabei durften wir uns etwas wünschen. Hoffentlich gehen unsere Wünsche auch in Erfüllung!

Anschließend liefen wir wieder ganz konzentriert die Windungen des Labyrinths zurück zum Ausgang. Herr Hochradel führte uns nun den Berg hinauf, so dass wir wie aus der Vogelperspektive unser gelungenes Werk betrachten konnten. Von hier aus hatten wir auch eine schöne Aussicht ins Ries hinein. Wir meinen, unser Labyrinth kann sich sehen lassen und wir bitten alle Menschen, nichts daran zu verändern oder gar zu zerstören. Machen Sie es vielmehr so wie wir, gehen Sie langsam und barfuß durch das Labyrinth, spüren Sie mit ihren nackten Füßen das Gras, die Erde und die kleinen Steinchen und - in der Mitte angekommen - wünschen Sie sich auch etwas ganz Schönes.

Ihre Klasse 3 b der Volksschule Harburg

Bilder vom Bau
(zum Vergrößern bitte anklicken)


Wir machen uns an die Arbeit.


Es geht schneller, als wir denken.


Eine Pause verdient!


Wir begehen unser Labyrinth


Jeder ist ganz still.


Jeder wünscht sich etwas.


Erfüllen sich unsere Wünsche?


Wir  betrachten unser Werk.