Die
ehemaligen Torhäuser

Als die Bürger
des Markts Harburg 1849 ein Gesuch um die Wiederverleihung des Titels einer
“Stadt” stellten, befürwortete die zuständige königliche Gerichts- und
Polizeibehörde Harburg dieses Gesuch unter anderem mit dem Hinweis, dass
“hier noch 5 Thore und Spuren von wenigen Umfassungsmauern das städtische
Ansehen verkünden.”
Mächtige und wehrhafte Tore wie in den großen
mittelalterlichen Städten hat Harburg nie besessen. Wohl aber war der Stadtkern
durch fünf Torgebäude so abgegrenzt, dass die Bürger vor den kleineren, aber
um so häufigeren Belästigungen umherziehender Vagabunden geschützt waren.
Zwischen 1861 und 1863 erbat die Stadt in mehreren Anträgen von den zuständigen
Behörden die Genehmigung zur Abtragung der teilweise sehr baufälligen Tore und
argumentierte dabei mit dem hohen Kostenaufwand für die Unterhaltung und auch
damit, dass “der hiesige Ort an Schönheit gewinnt.” Solchen Vorstellungen
gab man sich damals nicht nur in Harburg hin. So wurden auch im Jahr 1804 die
Markttore in Wallerstein “...behufs der Verschönerung des Ortes...”
abgebrochen. Im Landgerichtsarzt fand sich dann gar ein Gutachter, der
erstaunlicherweise bestätigte: “Durch den Abbruch der Stadttore werde eine
bessere Luftzirkulation in der Stadt erwartet und damit die Seuchengefahr in
Harburg verringert.”
Die Torhäuser waren
[a] Griestor in der Donauwörther Straße
[b] Brucktor an der Steinernen Brücke
[c] Egelseetor in der Egelseestraße
[d] Tiefes Tor in der Nördlinger Straße
[e] Vesttor in der Schlossstraße.
Die Stellen, an denen die Torgebäude standen, sind durch Steintafeln
gekennzeichnet. Allerdings ist hier fälschlicherweise der Zeitpunkt des
Abbruches mit 1850 angegeben.
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