
(13) Frühere Synagoge - Egelseestraße 8Der heute noch in seiner äußeren Form im wesentlichen erhaltene schlichte und dennoch massige Baukörper stammt aus dem Jahr 1754 und wurde anstelle einer baufällig gewordenen früheren Synagoge errichtet. Gotische Formen der Fassade wie die Spitzbogenfenster vermitteln den Eindruck, der Bau stamme aus dem Mittelalter. Die Synagoge enthält heute im Innern keine historischen Räume mehr, da sie in den 60er Jahren zum Bürohaus umgebaut wurde und heute eine Harburger Arztfamilie mit Praxis beherbergt. Bedingt durch die immer wieder auftretenden Hochwasser der Wörnitz lag das Bodenniveau des großen Kultraums im 1. Obergeschoss. Hier war Platz für 89 Männerbänke, den Thoraschrein und den Almemor, dem freistehenden Podest zur Lesung der Thora. Auf den Bänken der
vergitterten Empore hatten 75 Frauen Platz, die keinen aktiven Anteil am
synagogalen Geschehen hatten. Im Erdgeschoss
Das Gebäude selbst diente nationalsozialistischen Behörden als Lager für verschiedenste Materialien. Dies, obwohl bereits 1938 dem Bauwerk offiziell der Rang eines Baudenkmals bescheinigt worden war. In der stark renovierungsbedürftig gewordenen Synagoge wurden nach Kriegsende einige der vielen Wohnungsbedürftigen untergebracht. Noch nicht instandgesetzt, ging sie 1953 in Privatbesitz über. Auch wenn das Inventar nicht mehr vorhanden ist, so bleibt uns die Erinnerung an den historischen Innenraum durch ein Gemälde des Harburger Kunstmalers Erich Maria Müller aus dem Jahr 1914. In den Jahren 1989 - 1992 wurde die Synagoge in Privatinitiative als erfolgreiches Kulturzentrum mit über 120 anspruchsvollen Veranstaltungen geführt. Heute wird sie privat als Wohnhaus genutzt.
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