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Letzte Änderung:
12.12.2018
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Zehentstadel Heroldingen

Zehentstadel Heroldingen

Der Zehentstadel in Heroldingen – ein kleines Bauernmuseum

Ziemlich in der Ortsmitte Heroldingens fällt der imposante Zehentstadel auf. Den guten bauliche Zustand, in dem wir ihn heute antreffen, verdankt er vor allem dem Verein Rieser Bauernmuseum, der ihn 1978 grundlegend renovierte. Der Zehntstadel war das erste erfolgreich abgeschlossene Projekt des fünf Jahre zuvor gegründeten Vereins mit Sitz in Maihingen, in dem es galt, ein historisch bedeutsames Baudenkmal an Ort und Stelle herzurichten, um es mit landwirtschaftlichen Arbeitsgeräten und Maschinen unserer Vorfahren zu bestücken. Derzeit handelt es sich bei der Scheune mit der Anschrift „Am Zehentstadel 1“ wohl um das bislang einzige Museum im Harburger Stadtgebiet, wenn man Privatmuseen, -sammlungen und die imposante Harburg mit ihrer reichhaltigen Ausstattung außer Acht lässt.

 

Zum Namen und der Geschichte des Zehentstadels in Kürze:

 

Schon in der Geschichte des Alten Testaments wird der Zehnte erwähnt. Der Patriarch Abraham ließ vor Jahrtausenden Gott diesen Teil seiner Erträge zukommen. Es heißt in 1.Mose 14,20 schlicht: „... gelobt sei Gott der Höchste, ... Und Abraham gab ihm den Zehnten von allem.“ Der Zehnt diente dem Unterhalt der Priester. Im Laufe der Zeit gingen die Zehnteinnahmen durch Tausch, Verpachtung oder Kauf auch an weltliche Herren über. Landesherrlichkeit und Kirchenpatronat lagen in unserer Gegend bekanntlich lange Zeit in der Hand der Fürsten von Oettingen-Oettingen bzw. Oettingen-Wallerstein. In deren „Finanzämtern“, den örtlichen Zehentstädeln, zogen sie den Groß- bzw. Getreidezehnt ein. Nur noch wenige ältere Bürger in Heroldingen wissen von Trennwänden, die die verschiedenen Getreidearten voneinander schieden.

 

Geschichtliche Eckdaten:

1688 und 1722           große Reparaturen am Vorgängerbau, der mindestens seit

                                 Beginn des 30-jährigen Kriegs existierte

 

Ende Mai 1739           Abriss des heruntergekommenen, wahrscheinlich 120

                                Jahre  alten Gebäudes

 

31. August 1739        Wiederaufbau des noch heute bestehenden Zehentstadels

 

1848                         Ablösung des Zehntwesens

 

23. April 1861            Verkauf durch Fürst Karl von Oettingen-Wallerstein an

                                Christian Wilhelm (Wirt) und N. Mühleidner, danach weiter

                                verkauft bzw. vererbt

7. Mai 1975               Verein Rieser Bauernmuseum Eigentümer des

                                heruntergekommenen Heroldinger Zehentstadels

31. Juli 1978              Abschluss der aufwändigen Restaurierungsarbeiten im

                                Zusammenwirken mit dem Bayerischen Landesamt für

                                Denkmalpflege

 

24. September 1978   großes Einweihungsfest mit Staatsminister Anton Jaumann

                                 als Schirmherrn

 

1. Oktober 1989         Feier zum 250-jährigen Bestehen des Zehentstadels

 

14. September 2014   275 Jahre Zehentstadel Heroldingen


Im Rahmen der 800-Jahr-Feier Heroldingens Ende Juni 1993 und bei einer historischen Dorfführung im Oktober 2011 war der Zehentstadel kurz ein Teil der Veranstaltungen.

 

Ein eigenständiger Museumsbesuch wurde durch verschiedene Umstände erst wieder am 1. Mai 2013 möglich. Innerhalb von drei Nachmittagsstunden überzeugten sich ca. 100 Besucher von der nach wie vor guten Bausubstanz und den vielen Ausstellungsgegenständen.

 

Besonders der jüngeren Generation war meist nicht bewusst, was sich innerhalb des zentral gelegenen Baudenkmals für „Schätze“ befinden.

Freilich, die älteren Einwohner hatten sich seinerzeit gewundert, wieso man das „alte Glump“ noch aufhob, das an ihre harte, beschwerliche Arbeit erinnerte. Doch das Prinzip, nach dem viele heutige landwirtschaftliche Maschinen betrieben werden, ist in vereinfachter Weise anhand einiger der schlichten Vorgängermodelle sehr gut nachzuvollziehen.

Von manchen Geräten ist die Herkunft noch bekannt. Ein Bindemäher aus dem Jahr 1937, eine kaum eingesetzte Holzegge und der Verbrennungsmotor der Stiftendreschmaschine sind Dauerleihgaben ehemaliger Heroldinger Bauern. Der Lanz-Bulldog aus dem Jahr 1921, den die ehemals selbstständige Gemeinde Heroldingen zum Steinbrechen in der nahen Kiesgrube verwendet hatte, dürfte die Hauptattraktion sein. Bei den genannten Festen setzte ihn ein nur ein Jahr jüngerer ehemaliger Heroldinger Landwirt unter großem Beifall in Betrieb. 

 

Der Rieser Bauernmuseums- und Mühlenverein e.V., wie der Verein Rieser Bauernmuseum nach dem Zusammenschluss mit dem Rieser Mühlenverein heißt, ist bemüht, das Gebäude unter teils hohem finanziellen Aufwand zu erhalten. Zumindest einmal jährlich sollen die Torflügel des Zehentstadels für Interessierte geöffnet werden. Doch auch außer der Reihe ist nach Absprache ein Blick ins Innere möglich.

 

Kontakt:

Rieser Bauernmuseums- und Mühlenverein e.V.

Ernst Schieck, Vorstand

Johannes-Müller-Straße 34

86720 Nördlingen

Tel. 09081/22784

E-Mail: armbruster-schieck@t-online.de

 

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