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Der jüdische Friedhof in Harburg(Aus: Kleiner Führer durch Harburg) Auf den Höhen im Westen, am Waldrand des Hühner- berges gelegen, ist diese Begräbnisstätte mit ihren noch etwa 250 erhaltenen Grabdenkmälern ein kostbares Zeugnis jüdischer Geschichte. Die im Jahr 1994 in Privatinitiative behutsam gesäuberten Grabsteine zeigen in filigraner Schönheit hauptsächlich Inschriften des 19. Jahrhunderts. Die noch
vorhandenen Steine bieten eine Fülle familiengeschichtlich wertevollen
Materials. Die Gräber bedeutender Persönlichkeiten der Harburger
Judengemeinde konnten identifiziert werden, so das Grab des wohlhabenden
Salzfaktors Elkan Wassermann
Angelegt wurde der Begräbnisplatz zwar bereits 1671, jedoch finden sich aus dem 17. und 18. Jahrhundert keine Grabsteine. Es ist anzunehmen, dass der Friedhof um 1800 bereits voll belegt war und daraufhin eine Erdschicht aufgetragen wurde, um ihn noch einmal neu belegen zu können. Dies hängt damit zusammen, dass in jüdischer Tradition ein Grab nicht zweimal belegt werden darf, weil dieser Platz dem Toten bis in alle Ewigkeit gehört. Die ältesten Gräber sind direkt neben der Tahara (dem Totenhäus- chen), die jüngsten Gräber liegen im unteren Drittel des Friedhofes. Das letzte Begräbnis fand 1938 statt. Am unteren Ende des Areals befindet sich eine Reihe kleiner Grabsteine, dies sind Kindergräber aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Während des Dritten Reiches dürfte wohl eine große Anzahl von Grabsteinen entwendet und anderen Zwecken zugeführt oder zerstört worden sein. Eine in Privatinitiative erstellte eine Kurzdokumentation mit Großfotos von etwa 50 Grabsteinen kann in der Stadtbibliothek eingesehen bzw. käuflich erworben werden. Diese sorgfältig ausgearbeitete Dokumentation mit hebräischer Transkription der Inschriften, deutscher Übersetzung und familiengeschichtlichen Erläuterungen unterstreicht die historische Bedeutung des Harburger Judenfriedhofs, der nach dem Friedhof in Wallerstein der älteste und wohl auch schönste in unserem Landkreis ist. |
Die Initiative "Harburg Project"
befasst sich mit der Erforschung und Dokumentation der Geschichte der jüdischen Familien in
Nord- schwa-ben, ausgehend von den reichen Archivbeständen der
Fürstlichen Archive auf Schloss Bilder aus "Jüdischer Friedhof Harburg - Schwaben" Mehr ...
(Zum Vergrößern Bild anklicken)
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Der Harburger Judenfriedhof ist für die Öffentlichkeit prinzipiell nicht zugänglich. Besichtigungen in begründeten Einzelfällen können jedoch mit der Stadtverwaltung vereinbart werden. |
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