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Altsteinzeit

(bis ca. 10.000 v. Chr)

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Lebensspuren des Menschen sind hier seit 70000 v. Chr. nachweisbar. Bodendenkmäler und Bodenfunde seit der mittleren Altsteinzeit aus allen Kulturperioden bezeugen den Altsiedelcharakter des Rieses. Von besonderem Interesse sind dabei die Schädelbestattungen in der großen Offnethöhle aus der Zeit um 11000 v. Chr.

Nachweisen kann man die Benutzung der Großen und der Kleinen Offnethöhle bereits in der Altsteinzeit (Paläolithikum) vor 40 000 Jahren durch in kleinen Horden lebenden Wildbeuter. Aus gut spaltbarem Steinmaterial stellten sie durch Abschlagen  von Steinspänen Werkzeuge her. Diese verwendeten sie zum Behandeln von  Holz, Fell und Knochen. Vom Ende der Altsteinzeit und zugleich dem Ende der letzten Eiszeit stammen dann schmale Steinklingen, die besonders sorgfältig behandelt wurden. Es entstanden Messerchen, Kratzer, Stichel und Bohrer, die man teilweise auch als Spitzen oder Widerhaken in Holzlanzen bzw. Harpunenspitzen einsetzte.

Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Kunstwerke Bayerisch-Schwabens. Eine Ritzzeichnung von stilisiert wiedergegebenen Frauenfiguren findet sich auf einer Kalksteinplatte, die man in der Höhle "Hohlenstein" bei Ederheim entdeckte, und eine Tierzeichnung aus der Höhle "Hexenküche" im Kaufertsberg bei Lierheim.

Auch religiöse Vorstellungen müssen den Bewohnern des Rieses am Ende der Altstein- zeit nicht fremd gewesen sein. In der Großen Offnet fand man  in zwei benachbarten Mulden in der mit Asche und Ocker durchsetzten Erde 27 bzw. 6 menschliche Schädel. Sie waren aufrecht aufgestellt und ihr Gesicht zeigte nach Westen zum Höhleneingang. Der oberste Halswirbel war bei den Schädeln noch vorhanden und wies Schnittspuren auf. Die Schädel mussten also gewaltsam abgetrennt und dann bestattet worden sein. Den Frauen- und Kinderschädeln waren als Schmuck rund 4000 durchlochte Schnecken, die zum Teil aus dem Mittelmeerraum stammten, und 200 durch- bohrte Hirschzähne mitgegeben. Auch in der oben erwähnten "Hexenküche" bei Lierheim wurde ein weiterer männlicher Schädel bestattet, ebenfalls mit dem ersten Halswirbel und in einer Grube mit rot gefärbter Erde.

Link: Archäologie-online


Faustkeil von Mündling
(ca. 100 000 Jahre), Archäolog. Museum Donauwörth

Ähnliche Funde auf Harburger Gebiet sind ein Faustkeilblatt und ein Blattschaber von Großsorheim und ein kleiner Faustkeil und eine Blattspitze von Schrattenhofen.


Schädel (Offnethöhle; ca. 13 000 Jahre), Stadtmuseum Nördlingen

Zu den bedeutendsten Funden in Schwaben gehört die Freilandstation eiszeitlicher Jäger im Tal des Elllerbach bei Marbach. Hier fand man über 10 000 Abschläge und Geräte wie Spitzen, Schaber, Bohrer, Kratzer).
Beim Straßenbauch von Mündling nach Sulzdorf wurde eine Höhle mit Knochen von Mammut, Bison, Riesenhirsch, Höhlenlöwe, Ren, Wolf und Hyäne angeschnitten - wohl die Überreste der Beute eiszeitlicher Jäger.


Altsteinzeitlich Funde von Mündling/Marbach, Archäolog. Museum Donauwörth