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Wie das Ries entstand

(vor ca. 15 Mio. Jahren)

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Vor ca. 15 Mio. Jahren ereignete sich eine Naturkatastrophe ungeheueren Ausmaßes. Ein Meteorit mit ca. 1,2 km Durchmesser dringt in die Erdatmosphäre ein und prallt aus  nordöstlicher Richtung kommend im Gebiet zwischen heutiger Wörnitz und Donau auf die Erdoberfläche. Die gewaltigen Kräfte des Einschlages gestalten in Bruchteilen von Sekunden den Rieskessel und verändern in weitem Umkreis die Landschaft vollständig.

Man schätzt, dass die Zerstörungskraft von etwa 250 000 Atombomben des Typs "Hiroshima" freigesetzt wurde. Bis in die Tiefe von 4 km wurde das Gestein bewegt, etwa 150 Kubikkilometer flogen zertrümmert und teilweise aufgeschmolzen aus dem Krater heraus. Die riesige glühende Staubwolke kühlte sich in der Luft rasch ab. Die Schmelzanteile erstarrten und vielen als "Flädle" zu Boden. Ein Großteil des Materials fiel wieder in den Krater zurück oder lagerte sich in Kraternähe ab. So entstand der Suevit, der "Schwabenstein". 

Dabei wurden die ursprünglich vorhandenen Gesteine hohen Temperaturen und Drücken ausgesetzt. Beim Abkühlen entstanden dann neue Phasen, die kristallin oder glasig sind. Besonders gut bewundern  kann man den Suevit in den Brüchen von Otting, nördlich von Oettingen an der Aumühle und bei Seelbronn südlich von Aufhausen.

Vor ca. 2 Mio. Jahren beginnt sich das Klima zu erwärmen. Die nach Süden und Norden zurückweichenden Eismassen der Eiszeit legen langsam das Gebiet um die Donau frei. Die romantische Wörnitz bahnt sich ihren Weg durch das Ries und eine vielfältige Fauna und Flora siedeln sich in dem windgeschützten Becken mit seinen ca. 25 km Durchmesser an. Am Südrand dieses Rieskessels liegt die Stadt Harburg.

Mit dem Nachweis seiner Entstehung durch einen Meteoriteneinschlag vor 15 Mio. Jahren gelangte das Ries in den Mittelpunkt wissenschaftlichen Interesses. Forscher aus aller Welt besuchen diesen Meteoritenkrater. So entsandte die NASA 1970 die Astronauten der Apollo-14-Mission zu einem geologischen "field-training" ins Ries. Ein Grund für das große Interesse ist ein bei dieser Katastrophe entstandenes Gestein, der Suevit. 

Nähere Informationen zur Entstehung des Rieses bietet das Rieskratermuseum in Nördlingen oder die Seite über den Rieskrater.


Ein Meteor lasst vor 15. Mio. Jahren das Ries entstehen.


Der Meteor durchschlägt die Gesteinsschichten aus Jura und Trias und dringt bis zur kirstallinen Schicht vor. Der Einschlagskrater dehnt sich von zunächst 12 km auf 25 km Durchmesser aus. Der Kraterboden hebt sich an. Am Kraterrand rutschen große, durch die Stoßwelle zertrümmerte Gesteinskomplexe nach. Diese gegeneinander verrutschten Schollen (Beispiel: Offnethöhle) begrenzen heute das Ries.


Suevitbrocken: Farbe meist graugrünlich mit schwarzen Schlieren (Gläsern) und weißen Flecken (Kalkbröckchen)


Beim Abkühlen der glühenden Staubwolke entstandenes "Flädle". Die Lava ähnlichen Fließwülste formten sich beim Herabfallen aerodynamisch.


Von der Wucht des Aufpralls zertrümmerte Gesteinschicht, ca. 10 km vom Kraterrand entfernt

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